Die rechtliche Grundlage
Die Verordnung über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (BauAV) und die SUVA-Regeln sind für jeden Schweizer Bau- und Handwerksbetrieb bindend. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, ausreichende PSA zur Verfügung zu stellen und die Mitarbeiter im Gebrauch zu schulen.
Standard-PSA auf der Baustelle
Je nach Gewerk und Arbeitssituation gehören mindestens dazu:
- Sicherheitshelm (EN 397) — Pflicht auf allen Bauarbeiten mit Gefahr durch herabfallende Teile
- Sicherheitsschuhe S3 — Zehenschutz 200 Joule, durchtrittsichere Sohle, rutschhemmend
- Warnweste (EN ISO 20471) — auf Baustellen mit Fahrzeugverkehr zwingend
- Schutzhandschuhe — je nach Tätigkeit (Schnittschutz, Chemikalienschutz)
- Gehörschutz — ab 85 dB(A) Lärmbelastung
- Atemschutz — bei Staub, Schleifarbeiten, Schadstoffen
- Schutzbrille — bei Schleif-, Bohr- oder Schweissarbeiten
Spezielle PSA je nach Gewerk
Absturzsicherung (Dachdecker, Zimmerer, Gerüstbauer)
Arbeiten über 2 Meter Höhe benötigen Absturzsicherung: Auffanggurt, Verbindungsmittel, Anschlagpunkte. Die Ausrüstung muss jährlich geprüft werden.
Elektriker
Zusätzlich isolierende Handschuhe, nicht leitende Werkzeuge, spannungsprüfgerät. Bei Arbeiten unter Spannung: Gesichtsschutz gegen Lichtbogen.
Schweisser
Schweisserhelm, Lederschürze, Schweisserhandschuhe, flammhemmende Kleidung.
Ablaufdatum — PSA ist nicht ewig haltbar
Viele Handwerker übersehen, dass PSA ein Verfalldatum hat:
| PSA | Typische Lebensdauer |
|---|---|
| Sicherheitshelm | 5 Jahre ab Ausgabe (bei intensiver UV-Belastung kürzer) |
| Sicherheitsschuhe | 2-3 Jahre bei täglicher Nutzung |
| Auffanggurt | 5-10 Jahre, bei Sturz sofort ausmustern |
| Schutzhandschuhe | Bei sichtbarem Verschleiss wechseln |
Ein Helm der 10 Jahre alt ist, erfüllt die Schutzwirkung nicht mehr — UV-Strahlung macht den Kunststoff spröde. Bei einer SUVA-Kontrolle wird das bemängelt.
PSA-Dokumentation — was musst du nachweisen?
Als Arbeitgeber solltest du pro Mitarbeiter dokumentieren:
- Welche PSA wurde wann ausgegeben?
- Einweisung im Gebrauch erfolgt (Datum, Unterschrift)?
- Ablaufdatum / nächste Prüfung?
Bei digitalen Tools wie Baurapport.ch kannst du PSA als eigene Artikel-Kategorie führen und den Mitarbeitern zuordnen — mit automatischer Ablauf-Erinnerung.
Was passiert bei Verstössen?
- Arbeitgeber: Bussen bis CHF 5'000 pro Verstoss, bei Unfall Haftungsprozesse
- Mitarbeiter: keine unmittelbaren Sanktionen, aber bei Unfall reduzierte Versicherungsleistung möglich
- Bei schwerem Unfall: strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Körperverletzung möglich
Fazit
PSA ist kein Kostenfaktor, sondern Unfallprävention. Ein digitales PSA-Management hilft den Überblick zu behalten — welche Mitarbeiter welche Ausrüstung haben und wann sie ersetzt werden muss. Das schützt die Mitarbeiter und den Betrieb.