Sicherheit & PSA

PSA-Pflicht auf der Baustelle: Was Handwerker wissen müssen

Helm, Sicherheitsschuhe, Warnweste — Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist auf Schweizer Baustellen kein Gag, sondern gesetzliche Pflicht. Wir erklären was SUVA und EKAS verlangen.

15. Apr 2026 · 2 Min. Lesezeit

Die rechtliche Grundlage

Die Verordnung über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (BauAV) und die SUVA-Regeln sind für jeden Schweizer Bau- und Handwerksbetrieb bindend. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, ausreichende PSA zur Verfügung zu stellen und die Mitarbeiter im Gebrauch zu schulen.

Standard-PSA auf der Baustelle

Je nach Gewerk und Arbeitssituation gehören mindestens dazu:

  • Sicherheitshelm (EN 397) — Pflicht auf allen Bauarbeiten mit Gefahr durch herabfallende Teile
  • Sicherheitsschuhe S3 — Zehenschutz 200 Joule, durchtrittsichere Sohle, rutschhemmend
  • Warnweste (EN ISO 20471) — auf Baustellen mit Fahrzeugverkehr zwingend
  • Schutzhandschuhe — je nach Tätigkeit (Schnittschutz, Chemikalienschutz)
  • Gehörschutz — ab 85 dB(A) Lärmbelastung
  • Atemschutz — bei Staub, Schleifarbeiten, Schadstoffen
  • Schutzbrille — bei Schleif-, Bohr- oder Schweissarbeiten

Spezielle PSA je nach Gewerk

Absturzsicherung (Dachdecker, Zimmerer, Gerüstbauer)

Arbeiten über 2 Meter Höhe benötigen Absturzsicherung: Auffanggurt, Verbindungsmittel, Anschlagpunkte. Die Ausrüstung muss jährlich geprüft werden.

Elektriker

Zusätzlich isolierende Handschuhe, nicht leitende Werkzeuge, spannungsprüfgerät. Bei Arbeiten unter Spannung: Gesichtsschutz gegen Lichtbogen.

Schweisser

Schweisserhelm, Lederschürze, Schweisserhandschuhe, flammhemmende Kleidung.

Ablaufdatum — PSA ist nicht ewig haltbar

Viele Handwerker übersehen, dass PSA ein Verfalldatum hat:

PSATypische Lebensdauer
Sicherheitshelm5 Jahre ab Ausgabe (bei intensiver UV-Belastung kürzer)
Sicherheitsschuhe2-3 Jahre bei täglicher Nutzung
Auffanggurt5-10 Jahre, bei Sturz sofort ausmustern
SchutzhandschuheBei sichtbarem Verschleiss wechseln

Ein Helm der 10 Jahre alt ist, erfüllt die Schutzwirkung nicht mehr — UV-Strahlung macht den Kunststoff spröde. Bei einer SUVA-Kontrolle wird das bemängelt.

PSA-Dokumentation — was musst du nachweisen?

Als Arbeitgeber solltest du pro Mitarbeiter dokumentieren:

  • Welche PSA wurde wann ausgegeben?
  • Einweisung im Gebrauch erfolgt (Datum, Unterschrift)?
  • Ablaufdatum / nächste Prüfung?

Bei digitalen Tools wie Baurapport.ch kannst du PSA als eigene Artikel-Kategorie führen und den Mitarbeitern zuordnen — mit automatischer Ablauf-Erinnerung.

Was passiert bei Verstössen?

  • Arbeitgeber: Bussen bis CHF 5'000 pro Verstoss, bei Unfall Haftungsprozesse
  • Mitarbeiter: keine unmittelbaren Sanktionen, aber bei Unfall reduzierte Versicherungsleistung möglich
  • Bei schwerem Unfall: strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Körperverletzung möglich

Fazit

PSA ist kein Kostenfaktor, sondern Unfallprävention. Ein digitales PSA-Management hilft den Überblick zu behalten — welche Mitarbeiter welche Ausrüstung haben und wann sie ersetzt werden muss. Das schützt die Mitarbeiter und den Betrieb.